Risikoorientierter Sanktionenvollzug ROS

Das Konzept

ROS setzt bei der individuellen Rückfallgefahr an. Dieses Konzept hat verurteilte Personen mit einem Risiko für das Begehen von Sexual- und Gewaltdelikten im Fokus. Als durchgängiger Prozess gibt ROS den roten Faden über alle Vollzugsphasen und -einrichtungen inklusive der Bewährungshilfe vor. So entsteht ein gemeinsames Fallverständnis, das durch die Verwendung einer einheitlichen Fachsprache und der eigens entwickelten Instrumente gefördert wird. ROS basiert auf wissenschaftlich anerkannten Wirksamkeitsprinzipien in der Arbeit mit Straffälligen. Als machbarer Ansatz fördert ROS die Risikosensibilisierung bei allen Beteiligten.In den Diskussionen rund um Forderungen nach mehr Sicherheit und härteren Sanktionen steht mit ROS eine Methode zur Verfügung, die auf nachhaltige Resozialisierung und Prävention abzielt.

Vier Prozessschritte

Die vier Prozessschritte von ROS bilden den roten Faden über den gesamten Vollzugsverlauf
Der rote Faden über den gesamten Vollzugsverlauf

Triage

Der Strafregisterauszug bildet die Grundlage für die Filterung aller Fälle. Dadurch können gezielt Personen mit erhöhtem Risikopotenzial identifiziert und abgeklärt werden.

Abklärung

Die Abteilung für Forensisch-Psychologische Abklärungen (AFA) erstellt aktenbasiert ein differenziertes Risikoprofil, definiert die individuellen Problembereiche und empfiehlt entsprechende Interventionen.

Planung

Auf Basis der Abklärung und in Absprache mit den Arbeitspartnern (z.B. Vollzugseinrichtung, Therapierende, Betreuende) erstellt die fallführende Person die Planung für den gesamten Vollzugsverlauf.

Verlauf

Durch eine standardisierte Berichterstattung wird der Austausch zwischen der fallführenden Person und den Arbeitspartnern erleichtert und gefördert. Bei kritischen Entwicklungen während des Vollzugs kann von allen Beteiligten jederzeit eine Risikosprechstunde mit der AFA in Anspruch genommen werden.