Massnahmenzentrum Uitikon

Wohnbereich Offene Abteilung

Die Offene Abteilung verfügt zusammen mit der Wohngruppe Austritt über 34 Plätze.

Nach dem Übertritt in die Offene Abteilung hat sich der junge Straftäter für einen Beruf entschieden und einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Er nimmt am sozialpädagogisch-therapeutisch geleiteten Trainingsprogramm zur Deliktprävention teil und absolviert mindestens ein konfrontatives Einzelgespräch, in dem er sich vertieft mit seinen Delinquenz fördernden Grundhaltungen auseinandersetzt.

In der Offenen Abteilung wird von den jungen Straftätern eine erhöhte Verantwortungsübernahme in verschiedenen Bereichen (z.B. selbstständiges pünktliches Aufstehen und Erscheinen im Ausbildungsbetrieb, Einhalten von Terminen und Vereinbarungen, deutlich stärkere Sanktionierung bei Regelverstössen etc.) gefordert. In der Offenen Abteilung erhält der Insasse bereits nach einer Woche Aufenthalt jedes Wochenende Sach- oder Beziehungsöffnungen. Hierbei den Versuchungen der Freiheit zu widerstehen wie zum Beispiel die Abwehr bzw. Kontrolle alter, delinquenzfördernder Denk- und Verhaltensmuster, das Einhalten der Drogen- und Alkoholabstinenz wird zur zentralen Aufgabe für den jungen Straftäter, die er gemeinsam und mit aktiver Unterstützung durch die Sozialpädagogik, die Ausbildungsbetriebe und die Forensische Abteilung zu bewältigen hat. Diese Entwicklungsphase kann von Entwicklungsschritten aber auch von erheblichen Rückschritten geprägt sein.

Die Aufenthaltsdauer in der Offenen Abteilung ist von der individuellen Entwicklung abhängig. Bei einem stabilen Massnahmeverlauf kann der junge Straftäter in den Progressionsstufen weiter befördert werden, bis er regelmässig von Freitagabend bis Sonntagabend das MZU verlässt. Weitere Öffnungen während der Woche werden gewährt, wenn es in der gemeinsamen Arbeit gelingt, eine regelmässige Freizeitbeschäftigung aufzubauen. Ziel dieser Öffnungen ist es, die Ablösung vom alten delinquenzfördernden Milieu durch den Aufbau neuer prosozialer Beziehungen zu unterstützen. Die sinnvolle und aktive Freizeitgestaltung ist in jeder Progressionsstufe Bestandteil des Massnahmenvollzugs im MZU.

Der junge Straftäter wird früher oder später beruflich und persönlich eine Entwicklungsphase erreicht haben, in der er auf den schrittweisen Übertritt in die Wohngruppe Austritt vorbereitet ist. Hier steht ihm ein differenziertes Angebot von der ständig begleiteten Wohngruppe über ein engmaschig betreutes Wohnexternat im selben Haus bis hin zur eigenen Wohnung zur Verfügung.