Massnahmenzentrum Uitikon

Wohnbereich Geschlossene Abteilung

In der Regel beginnt ein junger Straftäter seine Massnahme in der Geschlossenen Abteilung. Jeder Eingewiesene verfügt hier über ein eigenes Zimmer mit Toilette und Lavabo, welches von aussen abschliessbar und für andere Insassen bei geschlossener Türe nicht betretbar ist.

Die Geschlossene Abteilung verfügt über 3 Wohngruppe mit je 10 Plätzen. Die Räumlichkeiten umfassen folgende Gemeinschaftsräume: Bad und Duschen, Küche und Essraum, Wohnraum, Bistro mit Billard und Tischtennis, Kraftraum, Musikraum, PC-Raum, TV-Raum, Turnhalle und einen Innenhof im Freien, mit kleinem Sportplatz und kleiner Grünfläche. In der ersten Zeit kann der Insasse Kontakt zur Aussenwelt über einen Telefonautomaten oder durch Besuche am Wochenende pflegen, später auch während seiner individuellen Vollzugsöffnungen. Die ersten drei Monate dienen den sozialpädagogischen, schulisch-beruflichen und therapeutischen Abklärungen, um den weiteren Massnahmeverlauf mit dem jungen Straftäter planen zu können. In diesen ersten Monaten, in denen er keinerlei Vollzugsöffnungen erhält, wird er mit seinen Ressourcen und Defiziten erfasst. Zudem werden seine schulischen Fähigkeiten eingeschätzt. Eine Berufsabklärung wird vorgenommen und er wird bei Bedarf medizinisch, psychiatrisch und psychologisch abgeklärt. Seine rechtliche und finanzielle Situation wird dokumentiert und allenfalls werden erste Integrationsschritte eingeleitet.

Im Halt gebenden, klar geregelten Umfeld soll der junge Straftäter in dieser ersten Zeit seiner Massnahme Distanz gewinnen zu seiner bisherigen Umgebung und zu seiner möglicherweise belastenden Lebenssituation. Wenn diese Phase erfolgreich durchlaufen wurde, werden erste Vollzugsöffnungen in Form von begleiteten Ausgängen und Schnupperwochen in den offenen Ausbildungsbetrieben durchgeführt. Nach der der ersten Vollzugsplanungssitzung, an der alle an seiner bisherigen Massnahme beteiligten Fachpersonen anwesend sind, besucht der junge Straftäter die therapeutisch-sozialpädagogisch geführte Gruppenintervention „Auseinandersetzung mit den Einweisungsgründen“.

Bewährt sich der junge Straftäter in seinen Übungsfeldern und kann er sich weiter stabilisieren, werden weitere Vollzugsöffnungen gewährt. Der junge Straftäter darf nun unbegleitet in Tagesausgänge sowie Arzttermine etc. alleine wahrnehmen. Gelingt eine erfolgreiche Bewältigung dieser Phase, wird der junge Straftäter in die nächste Phase versetzt. Er darf nun einmal im Monat extern übernachten. Bewährt sich der Jugendliche bzw. junge Erwachsene weiterhin, wird er in die Vorbereitungsphase für den Übertritt in die Offene Abteilung versetzt.