Massnahmenzentrum Uitikon

Ausbildungsbetriebe Geschlossene Abteilung

Die unterschiedlichen Biografien der jungen Straftäter und die häufig nur rudimentären Erfahrungen in der Arbeitswelt fordern einen stark individualisierten Einstieg ins Berufsleben. Für viele junge Straftäter stellen die folgenden Lernschritte oftmals ähnlich hohe Anforderungen dar wie das Kennenlernen eines Berufes:

- Einhaltung der Arbeitszeiten
- Korrekte Arbeitskleidung
- Korrekter Umgang mit Arbeitsmaterial
- Hygiene
- Respektvoller Umgang
- Teamarbeit


Für die Eingliederung in die berufliche Ausbildung stehen den Ausbildungsbetrieben der Geschlossenen Abteilung unterschiedlich qualifizierte Arbeitsplätze zur Verfügung. Diese reichen von einer Beschäftigung, welche als niederschwelligstes Angebot auch nur stundenweise genutzt werden kann, bis hin zu Arbeiten in internen Ausbildungsbetrieben, welche den Insassen einen guten Einblick in unterschiedliche Berufe bieten. Durch die verschiedenen Beschäftigungsarten können auch im Arbeitsbereich Progressionsstufen eingerichtet werden. Wer die Strukturen im Alltag nicht einhalten kann, wird entweder in den Arbeitsstunden beschränkt, von den Betrieben in die Beschäftigung zurückversetzt oder ganz vom beruflichen Alltag ausgeschlossen. Das durchlässige Arbeitsmodell der Geschlossenen Abteilung ermöglicht eine individuelle Begleitung und Förderung der jungen Straftäter.

Bei jungen Straftätern, welche eine längere Aufenthaltsdauer in der Geschlossenen Abteilung haben, stellen die Betriebe (Schreinerei, Metallbau, Malerei) einen Ausbildungsstart sicher. Die Ausbildung orientiert sich an den Bildungsplänen der jeweiligen Berufe und beinhaltet berufliche und schulische Elemente. Dies begünstigt den weiteren Verlauf der Massnahme in einem der Ausbildungsbetriebe der Offenen Abteilung oder aber einen Übertritt in eine externe Anschlussplatzierung. Arbeitserfahrungen in den Ausbildungsbetrieben der Geschlossenen Abteilung gelten bei jungen Straftätern nach Art. 61 StGB  bzw. Art. 16 Abs. 3 JStG als Orientierung für den Übertritt in die Ausbildungsbetriebe der Offenen Abteilung. Schnupperwochen ermöglichen dem jungen Straftäter den Einblick in die Berufswelt und ermöglichen es den Ausbildnern den jungen Straftäter kennen zu lernen. Die Schnupperphase wird mit allen Beteiligten ausgewertet. Dabei wird ein Ausbildungsentscheid getroffen.