Gemeinnützige Arbeit

Gemeinnützige Arbeit ist eine eigenständige Sanktion, bei der der Verurteilte vom Gericht oder der Staatsanwaltschaft zu einer unentgeltlichen Arbeitsleistung verurteilt wird. Unter Umständen kann das Gericht eine ausgefällte Busse in gemeinnützige Arbeit umwandeln. Gemeinnützige Arbeit wird nur im Einverständnis mit dem Verurteilten angeordnet.

Rahmenbedingungen & Durchführung

Die gemeinnützige Arbeit wird in nicht gewinnorientierten Institutionen wie Spitälern, Altersheimen, im Natur- und Umweltschutz oder im öffentlichen Dienst geleistet. Die Einsätze werden so geplant, dass die gemeinnützige Arbeit in der Freizeit, am Wochenende oder in den Ferien geleistet werden kann.

Aufgrund eines rechtskräftigen Urteils wird die verurteilte Person von der Abteilung Gemeinnützige Arbeit schriftlich zu einem Gespräch aufgeboten. Nach Abklärung der Motivation und der Ressourcen der verurteilten Person wird diese an eine geeignete Institution vermittelt. Die Abteilung Gemeinnützige Arbeit legt die Rahmenbedingungen sowie Art und Dauer des Einsatzes fest und bietet bei Bedarf Unterstützung an. Pro Woche müssen mindestens acht Arbeitsstunden geleistet werden. Der Einsatz ist abgeschlossen, wenn die im Urteil festgehaltene Stundenzahl erreicht ist. Die gemeinnützige Arbeit ist innerhalb einer Frist von höchstens zwei Jahren bei Vergehen oder einem Jahr bei Übertretungen (ab Beginn des Einsatzes) abzuschliessen.

Verurteilte Personen mit Wohnsitz ausserhalb des Kantons Zürich können die gemeinnützige Arbeit in ihrem Wohnkanton leisten.

Hält sich die verurteilte Person nicht an die getroffenen Abmachungen oder Auflagen, so wird die gemeinnützige Arbeit abgebrochen und an das zuständige Gericht oder die Staatsanwaltschaft zurückgegeben. Im Rahmen eines Nachverfahrens wird die nichtgeleistete gemeinnützige Arbeit in eine Geld- oder Freiheitsstrafe umgewandelt. Dabei entsprechen vier Stunden gemeinnützige Arbeit einem Tagessatz Geldstrafe oder einem Tag Freiheitsstrafe.

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