Verwahrung

Ziel jeder Verwahrung ist der Schutz der Öffentlichkeit vor gefährlichen Straftätern oder Straftäterinnen.

Ordentliche Verwahrung

Das Gericht ordnet eine Verwahrung an, wenn der Täter oder die Täterin eine Straftat begangen hat, die im Strafgesetz mit einer Höchsstrafe von mindestens 5 Jahren bedroht ist (z.B. Mord, vorsätzliche Tötung, schwere Körperverletzung, Vergewaltigung, Raub, Geiselnahme, Brandstiftung oder sexuelle Handlungen mit Kindern) und er/sie zudem mit dieser Tat eine Person in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität schwer verletzt hat oder verletzen wollte. Weitere Voraussetzungen sind, dass bei der straffälligen Person entweder wegen einer psychischen Störung oder ihrer Lebensumstände, der Tatumstände etc. ein hohes Rückfallrisiko besteht und eine Behandlung aussichtslos oder der Erfolg einer Behandlung zumindest unwahrscheinlich erscheint.

Lebenslängliche Verwahrung

Seit Umsetzung der Verwahrungsinitiative kann das Gericht eine lebenslängliche Verwahrung anordnen. Dies ist jedoch nur bei ganz bestimmten Verbrechen möglich, die in Art. 64 Abs. 1bis StGB aufgezählt sind. Zudem muss die straffällige Person mit ihrer Tat eine Person besonders schwer in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität verletzt haben oder verletzt haben wollen. Die Rückfallgefahr muss von zwei unabhängigen Gutachtern als sehr hoch und eine Behandlung des Täters/ der Täterin langfristig als nicht erfolgsversprechend eingestuft werden.

Rahmenbedingungen und Durchführung

Verwahrungen werden in Strafanstalten oder Massnahmevollzugseinrichtungen vollzogen. Der Vollzug von Freiheitsstrafen geht dem Vollzug der Verwahrung voraus.

Eine ordentliche Verwahrung ist zeitlich unbefristet und kann bis zum Tod des oder der Verwahrten dauern. Sie muss jedoch erstmals zwei Jahre nach der Anordnung, danach jährlich durch die Vollzugsbehörden überprüft werden. Nur wenn zu erwarten ist, dass sich die verwahrte Person in Freiheit bewährt, kann sie bedingt entlassen werden.

Bei der lebenslänglichen Verwahrung prüft die Vollzugsbehörde, ob neue wissenschaftliche Erkenntnisse für eine Behandlungsmöglichkeit der verwahrten Person vorliegen, mit der erreicht werden kann, dass der Verwahrte keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit darstellt. Falls ja, wird dem oder der Verwahrten die Behandlung angeboten. Hat die Behandlung seine/ ihre Gefährlichkeit erheblich verringert, so kann das Gericht die lebenslängliche Verwahrung in eine stationäre Massnahme in einer geschlossenen Einrichtung umwandeln.