Training für alkoholauffällige Verkehrsteilnehmende («TaV»)

Das Lernprogramm «TaV» richtet sich an Frauen und Männer, die ein Fahrzeug unter Alkoholeinfluss gelenkt haben und bei denen ein Lernbedarf zur Rückfallprävention besteht.

Das «TaV» wird seit dem Jahr 2000 im Auftrag des Amts für Justizvollzug des Kantons Zürich von der Abteilung Lernprogramme durchgeführt. Es besteht entweder aus 12 Gruppensitzungen à 2 Stunden am Abend sowie 3 Nachkontrollgesprächen oder aus Einzelsitzungen mit einem vergleichbaren Zeitumfang wie beim Gruppentraining.
Durchführungsort ist bei den Bewährungs- und Vollzugsdiensten in Zürich-Altstetten oder in einer Justizvollzugsinstitution.

Ziel

Das Lernprogramm hat zum Ziel, dass Teilnehmende

  • die Hintergründe ihrer Fahrt unter Alkoholeinfluss besser verstehen,
  • den persönlichen Umgang mit Alkohol kritisch überprüfen,
  • ihr persönliches Rückfallrisiko realistisch einschätzen,
  • Methoden kennenlernen, um verantwortungsbewusst mit Alkohol umgehen zu können,
  • Strategien erarbeiten, um in Zukunft nicht mehr rückfällig zu werden,
  • die erarbeiteten Strategien anwenden und aufrechterhalten können.

Voraussetzungen

  • Aufträge oder Weisungen zur Teilnahme am Lernprogramm «TaV» erteilen können Staatsanwaltschaften und Gerichte des Kantons Zürich sowie Justizvollzugsbehörden.
  • Das Lernprogramm ist geeignet für Personen, die erstmalig unter Alkoholeinfluss mit einer qualifizierten Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,2 ‰ gefahren sind. Im Wiederholungsfall jede Person, die bei der Fahrt eine qualifizierte Blutalkohol-konzentration von mindestens 0,8 ‰  aufwies (Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG).
  • Die Person muss sich auf Deutsch verständigen können.
  • Eine freiwillige Teilnahme ohne Strafverfahren oder Verurteilung ist nicht möglich.
  • Nicht geeignet ist das Training insbesondere für Personen, bei denen aufgrund einer ausgewiesenen Suchtproblematik eine suchttherapeutische Intervention angezeigt wäre.

Rahmenbedingungen

Um dem Risiko einer «Nicht-Eignung» vorzubeugen, empfiehlt es sich, immer zuerst einen Auftrag zur Eignungsabklärung auszulösen oder zumindest vor Erteilung einer Auflage telefonisch mit der Abteilung Lernprogramme in Kontakt zu treten.

Für Zuweisungen von Staatsanwaltschaften und Gerichten im Kanton Zürich sowie aus dem Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich ist das Angebot kostenfrei. Für interessierte Justizvollzugsbehörden aus anderen Kantonen gelten separate Bestimmungen. Für Personen, die im Kanton Zürich von einer Staatsanwaltschaft oder einem Gericht verurteilt wurden und die Weisung erhalten haben, am «TaV» teilzunehmen, wird ein Unkostenbeitrag von Fr. 500.– erhoben, der nach Beendigung des Trainings zu bezahlen ist. Aus wichtigen Gründen kann dieser Beitrag reduziert oder erlassen werden. Personen, die durch eine Justizvollzugsbehörde zugewiesen werden, erfahren von ihrer Kontaktperson bei ihrer Justizvollzugsbehörde, inwiefern sie sich finanziell beteiligen müssen.