Lernprogramme

Die Abteilung Lernprogramme der Bewährungs- und Vollzugsdienste (BVD) des Kantons Zürich bietet eine breite Palette an Gruppen- und Einzeltrainings an, in die Staatsanwaltschaften und Gerichte aus dem Kanton Zürich sowie Schweizer Justizvollzugsbehörden verurteilte Personen zuweisen können.

  • Die Zürcher Lernprogramme haben das Ziel, mit einer möglichst frühzeitigen und alltagsnahen Kurzintervention einen wirksamen Beitrag an die Rückfallprävention zu leisten.
  • Die Lernprogramme sind nach kognitiv-verhaltenstherapeutischen Grundsätzen entwickelte Trainings, die mittels Wissensvermittlung, Diskussionen, Selbstreflektion und praktischen Übungen einen wirksamen Beitrag zur Rückfallprävention leisten sollen.
  • Lernprogramme sind nicht mit einer Psychotherapie zu verwechseln. In den Trainings, angeleitet i.d.R. von speziell ausgebildeten Sozialarbeitenden oder Psychotherapeuten, werden z.B. Fertigkeiten wie Selbstkontrolle, Ärger- und Stressbewältigung trainiert.
  • Lernprogramme werden von den Bewährungs- und Vollzugsdiensten seit dem Jahr 2000 angeboten. Mittlerweile haben über 6000 verurteilte Personen an Trainings im Gruppen- oder Einzelsetting teilgenommen.
  • Die Lernprogramme haben ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt. Eine unter der Leitung von Prof. Dr. Jérôme Endrass durchgeführte Evaluation (2012) hat gezeigt, dass die angebotenen Zürcher Lernprogramme das Rückfallrisiko signifikant reduzieren können.

Zielgruppe

An einem Zürcher Lernprogramm teilnehmen können volljährige Personen,

  • gegen die im Kanton Zürich eine Strafuntersuchung läuft oder die sich im Schweizer Strafvollzug befinden,
  • die sich auf Deutsch verständigen können,
  • die bezüglich des Sachverhalts zumindest teilweise geständig sind (bezieht sich nur auf die deliktorientierten Programme),
  • und bei denen keine psychotherapeutische Behandlung im Vordergrund steht.

Zuweisung

Die Möglichkeit, Personen für eine Lernprogrammteilnahme zuzuweisen, beschränkt sich auf Staatsanwaltschaften und Gerichte des Kantons Zürich sowie Justizvollzugsbehörden der Schweiz.

Anderen Behörden oder Organisationen steht das Angebot nicht offen. Auch besteht keine Möglichkeit, sich als Privatperson freiwillig anzumelden.